Arbeitsvermittlung für Kriegsgeflüchtete

Ein schneller Weg in Arbeit: Wirtschaftsförderung bringt Kehler Betriebe und Kriegsgeflüchtete zusammen

Wie können Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine schnell und effizient in den Arbeitsmarkt integriert werden? Darum ging es bei einer Informationsveranstaltung in der Stadthalle am Montagabend, 11. April, mit Kehler Unternehmen und geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern. Initiiert wurde die Veranstaltung von der Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, dem Integrationsmanagement und dem Ausländerbüro.

Alfredo Sanchez von der Agentur für Arbeit und eine ukrainische Dolmetscherin führten durch die Veranstaltung. 

Unter den 140 teilnehmenden Gästen war an diesem Nachmittag auch die Ukrainerin Olga Kulikova. Sie floh mit ihrer Familie vor zwei Wochen aus dem ukrainischen Saporischschja. „Ich möchte unbedingt arbeiten. Ich habe in meiner Heimat als Elektrikerin mein Geld verdient und in dieser Branche suche ich jetzt eine Stelle“, sagte Olga Kulikova. Doch an wen kann sie sich wenden? Welche Formulare und Anträge muss sie ausfüllen, welche Unterlagen einreichen? Und wie sieht es mit der Kinderbetreuung aus und wo kann sie Deutsch lernen?

Zu diesen und anderen Fragen äußerte sich Alfredo Sanchez von der Agentur für Arbeit, der mit seinem Vortrag die Veranstaltung eröffnete. Eine Dolmetscherin übersetzte zwischendurch immer wieder ins Ukrainische. Um Kriegsgeflüchtete erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu vermitteln seien Integrationskurse besonders wichtig, betonte Alfredo Sanchez. Neben der Vermittlung der Kultur und Geschichte zählt auch ein Sprachkurs zum Inhalt eines Integrationstrainings. „Ich bin überzeugt, dass viele geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer sehr gut ausgebildet sind, aber das A und O ist die Sprache. Nicht nur für den Job, sondern auch für die Teilhabe an der Gesellschaft“, sagte Alfredo Sanchez. Darüber hinaus gab Alfredo Sanchez den Unternehmen und den Geflüchteten Ratschläge, um bei der Mitarbeiter- beziehungsweise Arbeitssuche rasch fündig zu werden.

Im Anschluss richtete Wirtschaftsförderin Fiona Härtel einen Appell an die rund 15 anwesenden Kehler Betriebe: „Arbeitgeber, die eine konkrete Stelle zu besetzen haben, sollen sich bitte an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit werden, und mitteilen, welche Qualifikationen sie benötigen.“ Nach dem Vortrag fanden sich alle Teilnehmenden im Foyer ein, um ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Drei ukrainische Übersetzerinnen halfen bei der Kommunikation. Olga Kulikova zeigte sich erleichtert: „Ich bin froh, dass ich an der Veranstaltung teilgenommen habe. Ich habe erfahren, wie ich einen Deutschkurs machen kann. Das war mir sehr wichtig.“