Stadtentwicklung in Kehl - ein Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung

Wie wollen Kehlerinnen und Kehler in ihrer Stadt künftig zusammenleben?

Stadtentwicklungskonzept Kehl 2035 lautet der Titel des Prozesses, den der Gemeinerat im November 2017 mit der Beauftragung des Büros Reschl Stadtentwicklung aus Stuttgart angestoßen hat. Im Mai 2018 wurden 4500 zufällig aus dem Einwohnermelderegister ausgewählte Bürgerinnen und Bürger gefragt, was ihnen an ihrer Stadt am besten gefällt und was sie am meisten stört. Ein knappes Drittel hat an der repräsentativen und anonymen Befragung teilgenommen.

Wie die 1390 Bürgerinnen und Bürger im Alter ab 16 Jahren auf die 24 Fragen im Einzelnen geantwortet haben, hat Philipp König vom Büro Reschl am Donnerstagabend (4. Oktober) in der Stadthalle vorgestellt. Die Präsentation steht zum Herunterladen bereit.

Die Präsentation der Umfrageergebnisse war gleichzeitig der Auftakt zur Beteiligung der Bürger an der Erarbeitung der Stadtentwicklungskonzeption. Oberbürgermeister Toni Vetrano rief dazu auf, den Prozess mit „Selbstvertrauen, Gelassenheit und Zuversicht“ anzugehen.

Der OB betonte, dass Stadtentwicklung für ihn alle Handlungsfelder umfasse, die zum Zusammenleben in der Stadt gehörten und sich nicht auf Stadtplanung und Bauen beschränke. Die Stadtentwicklungskonzeption werde ein Dach über die Konzeptionen (Bildung, Integration, Inklusion, Klimaschutz, Kultur) bilden, die in den vergangenen Jahren erarbeitet wurden und deren Umsetzung bereits begonnen habe: „Am Ende wird es nicht darauf ankommen, wie viele Bauplätze wir genau erschlossen haben; welche Straße zur Einbahnstraße geworden ist und wo genau der Bus durchfährt oder auch nicht. Entscheidend für unsere Lebensqualität hier in Kehl, für unser Zusammenleben wird sein, ob es uns gelingt, die soziale Balance aufrecht zu erhalten.“

Die Rede im Wortlaut

110 Ideen und strategische Ziele: Das sind die Ergebnisse aus den vier Bürgerwerkstätten zum Stadtentwicklungskonzept, die im Oktober über das gesamte Stadtgebiet verteilt stattgefunden haben. Am Dienstagabend (6. November) haben die Sprecherinnen und Sprecher ihre Anregungen und Wünsche für die künftige Entwicklung ihrer Stadt in der Stadthalle öffentlich vorgestellt. Rund 80 Kehlerinnen und Kehler, darunter auch Vertreter des Gemeinderats und der Verwaltung, die an den Bürgerwerkstätten nicht teilnehmen durften.

Von engagierten Diskussionen, die bisweilen über die vorgesehenen drei Stunden hinaus gegangen seien, berichtete Richard Reschl, Leiter des vom Gemeinderat beauftragten Stuttgarter Büros Reschl Stadtentwicklung: In der Summe hätten die Einwohnerinnen und Einwohner rund 500 Stunden ehrenamtlich eingebracht. „Das ist das entscheidende Signal, das sie sagen: Wir wollen uns engagieren.“
Viel Lob erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Bürgerwerkstätten und deren Gruppensprecherinnen und –sprecher sowohl von Oberbürgermeister Toni Vetrano, also auch von Baubürgermeister Harald Krapp und Vertretern der vier Fraktionen im Gemeinderat, die sich in einem Punkt alle einig waren: Die Ergebnisse aus den Bürgerwerkstätten sollen zum Leitfaden der künftigen Arbeit werden. Dass die Bürgerinnen und Bürger Prioritäten gesetzt hätten, erleichtere die Arbeit des Gemeinderats, hieß es.

DiePräsentation der Ergebnisse aus den vier Bürgerwerkstätten steht zum Herunterladen bereit.

Zur Erläuterung:

  • Die Bürgerwerkstatt Süd umfasste die Ortschaften Goldscheuer – mit Marlen und Kittersburg – sowie Hohnhurst.
  • In der Bürgerwerkstatt Kernstadt diskutierten Einwohnerinnen und Einwohner aus der Innenstadt und aus Sundheim.
  • Die Bürgerwerkstatt Mitte war für Bewohnerinnen und Bewohner der Ortschaften Kork, Neumühl und Odelshofen vorgesehen.
  • In der Bürgerwerkstatt Nord trafen Einwohnerinnen und Einwohner aus Auenheim, Bodersweier, Leutesheim, Zierolshofen und Querbach zusammen.

Ein Kreuz in der Tabelle unter der Bezeichnung der Bürgerwerkstatt bedeutet, dass das in der Textspalte beschriebene Thema von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an dieser Bürgerwerkstatt besprochen worden ist. Fehlt das Kreuz, dann hatte das Thema in der jeweiligen Bürgerwerkstatt keine Bedeutung.

 

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