Integration

Kehl ist bunt und vielfältig. Derzeit wohnen in Kehl Menschen aus mehr als 100 Nationen, mehr als 20 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner verfügen über eine ausländische Staatsbürgerschaft. Weil Migration und Integration in der Grenzstadt Kehl allgegenwärtige Themen sind, wurde unter Beteiligung von rund 350 Bürgerinnen und Bürgern im Zeitraum von Juli 2015 bis Juni 2016 eine Integrationskonzeption erarbeitet. Der Kehler Gemeinderat hat die Konzeption verabschiedet.

Integrationskonzeption

Internationaler Frauentreff in der Villa RiWazoom

Das Leitbild sieht vor, Kehl als weltoffene, bunte und tolerante Stadt für seine Bewohnerinnen und Bewohner erfahrbar zu machen. Dies setzt eine gegenseitige Anerkennung aller in der Stadt Lebenden voraus. Dafür wurden folgende Ziele entwickelt:

  • Alle Kehlerinnen und Kehler gestalten ihre Lebensführung frei nach ihren religiösen und kulturellen Überzeugungen, solange sie damit kein geltendes Recht verletzen.
  • Unterschiedliche Kulturen werden als Bereicherung und Chance für die Stadt verstanden.
  • Alle Gruppen sollten bereit sein, sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen.
  • Die deutsche Sprache ist ein Grundpfeiler für die Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb soll das Erlernen stark gefördert und unterstützt werden.
  • In Kehl soll ausreichend Wohnraum für alle Kehlerinnen und Kehler zur Verfügung stehen, um allen die Möglichkeit zu geben, in Kehl den eigenen Lebensmittelpunkt zu finden und zu behalten.
  • Jede Kehlerin und jeder Kehler hat die Möglichkeit, einer Arbeit mit angemessener Bezahlung nachzugehen.
  • In Kehl hat jede Schülerin und jeder Schüler die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt.

Ziel der Integrationskonzeption ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die das Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger und ihre Identifikation mit der Stadt stärken. Es wurden vier Themenfelder identifiziert - „Partizipation und Ehrenamt“, „Bildung“, „Arbeit und Ausbildung“ und „Freizeit/Kultur/Religion“ - und 52 Maßnahmen entwickelt, die es zu realisieren gilt.

Zur Umsetzung der Integrationskonzeption wurden im März 2016 zwei Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte bei der Stadt eingestellt, die in Teilzeit arbeiten.


Integrationsbeauftragte

Die Integrationsbeauftragten leisten Koordinierungsaufgaben zwischen allen Institutionen und freien Trägern, die im Bereich der Integration von Zugewanderten und Menschen mit Migrationshintergrund tätig sind. Außerdem führen sie Projekte zur Teilhabe und Verbesserung der Chancengerechtigkeit durch. Die Grundlage für ihre Arbeit bildet die Integrationskonzeption der Stadt Kehl, welche im Juni 2016 vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Im Rahmen der Integrationskonferenz, die am 28. September 2018 stattgefunden hat, wurden folgende Aufgaben und Ziele für 2019/2020 zusätzlich erarbeitet:

Im Bereich Partizipation und Ehrenamt

  • das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe fördern
  • Räume der Begegnung schaffen
  • Teilhabe durch niedrigschwellige Beteiligung ermöglichen

Im Bereich Bildung

  • Migrantinnen und Migranten für nachhaltiges Haushalten sensibilisieren
  • durch Netzwerkarbeit Bedarfe erheben und lösungsorientiert antworten
  • Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen erhöhen, indem verschiedene Angebote für Kitas, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen entwickelt werden
  • Städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortbilden
  • die Faktoren zur Verbesserung der Entwicklungschancen von jungen benachteiligten Menschen aus der EU-Binnenerweiterung identifizieren
  • Sozialraumanalyse der Innenstadt- Ost, um die Bildungszugänge für Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Im Bereich Arbeit und Ausbildung

  • Bedarfe von Migrantinnen und Migranten für Sprachkurse identifizieren und mit Sprachträgern Lösungen entwickeln
  • Bildungsbüro für Migrantinnen und Migranten fördern

Im Bereich Freizeit, Kultur und Religion

  • Projekte in der Gesamtstadt fördern
  • Migrantenorganisationen, Migrantinnen und Migranten bei Veranstaltungen einbinden
  • Inter/-Transkulturelle Feste unterstützen
  • durch kulturelle, sportliche und freizeitpädagogische Angebote helfen, die wechselseitige Toleranz in der Gesamtstadt zu verbessern
Die Integrationsbeauftragten der Stadt Kehl (von links): Raya Gustafson und Robyn Tropf.zoom

Folgende Aufgaben und Projekte der Integrationsbeauftragten wurden bereits realisiert:

  • Moderation des Netzwerkes Integration in Kooperation mit dem Diakonischen Werk
  • Unterstützung der ehrenamtlichen Engagierten in der Flüchtlingshilfe (Korker Helferkreis, Schulungen, Orientierung)
  • Organisation von Begegnungen und Aktivitäten zwischen Neuankömmlingen und Kehlern, die schon lange in der Stadt leben (Feste, Konzerte, internationale Frauenbegegnungen, Vorlesungen, Theatergruppen, Ausstellungen, internationale Cafés, Treffen, Workshops, Mitmachtage)
  • Erarbeitung eines Stadtplans mit einfachen Symbolen und mehrsprachigen Erläuterungen, Zusammenstellung eines Willkommenspakets und Organisation von Willkommensstadtrundgängen, um die Mobilität zu fördern
  • Aufbau von Flüchtlingsräten, um die Selbstbestimmung und Partizipation zu fördern
  • Unterstützung der WIKI-Agentur (getragen vom Diakonischen Werk), um den Zugang der Neuankömmlinge zu Bildung und Ausbildung zu fördern

Seit 2016 wurden insgesamt 88 Prozent der Maßnahmen der Integrationskonzeption bearbeitet, wovon 63 Prozent der Maßnahmen umgesetzt und 25 Prozent derzeit in Arbeit sind. Eine Zwischenbilanz der umgesetzten Maßnahmen von 2016 bis 2018 können Interessierte hier einsehen.


Kontakt
Raya Gustafson
Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Stadt Kehl
Hauptstraße 22
07851 88-2105
r.gustafson@stadt-kehl.de

Robyn Tropf
Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte Stadt Kehl
Hauptstraße 22

07851 88-2107
Mobil: 0162 4568301
r.tropf@stadt-kehl.de

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

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