Unternehmerforum

Kehl und Straßburg werden als gemeinsamer Wirtschaftsraum wahrgenommen

Aus der Ferne betrachtet haben es Kehl und Straßburg bereits geschafft: Von Unternehmen werden sie als ein zusammenhängender, rheinüberschreitender Wirtschaftsraum wahrgenommen. So wird es Prof. Dr. Jochen Bauerreis, dem Gründer, Rechtsanwalt und Avocat der Kanzlei abci, von seinen Klienten zugetragen. Seit 20 Jahren beraten er und sein Team zu Fragen des deutschen, französischen und internationalen Wirtschafts-, Arbeits- und Gesellschaftsrechts. Im Jubiläumsjahr ist die Kanzlei Gastgeberin des Unternehmerforums, zu dem Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp und Oberbürgermeister Wolfram Britz eingeladen hatten.

Über dem Europäischen Verbraucherzentrum berät die Kanzlei abci Unternehmen zu Fragen im deutschen wie französischen Wirtschafts-, Arbeits- und Gesellschaftsrecht.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Nähe Frankreichs zu Kehl war ein Thema beim Unternehmerforum, zu dem Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp (links), Oberbürgermeister Wolfram Britz und abci-Kanzleigründer Jochen Bauerreis eingeladen hatten. 

„Die Kehler Wirtschaft steht in verschiedenen Bereichen vor großen Herausforderungen.“ Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Wolfram Britz die Unternehmerinnen und Unternehmer. Steigende Energiepreise, ein anhaltender Fachkräftemangel und bürokratische Anforderungen zählen zu den Ursachen, die Betriebe auch in der Rheinstadt unter Druck setzen. Die Stadt betrifft diese Entwicklung unmittelbar, denn sie beeinflusst ihren finanziellen und investiven Spielraum: 2025 sind die Gewerbesteuereinnahmen im Vergleich zu den beiden Vorjahren 2023 und 2024 um etwa die Hälfte gesunken. Auf der Suche nach Lösungen oder Linderungen empfiehlt der OB einen Blick ins benachbarte Frankreich: „Gerade angesichts des volatilen Weltgeschehens kommen grenzüberschreitenden Kooperationen eine große Bedeutung zu.“

Sinnbildlich dafür steht die gastgebende Anwaltskanzlei abci. Und das nicht nur, weil die Büros am Bahnhofsplatz über dem Europäischen Verbraucherzentrum einen freien Blick auf den Rhein, die Trambrücke und das Straßburger Hafenviertel Port du Rhin ermöglichen. „Als Standort ist Kehl für uns gar nicht mehr wegzudenken“, betonte Jochen Bauerreis vor den versammelten Unternehmerinnen und Unternehmern. Neben dem strategischen Nutzen zweier Büros, die zwar in unterschiedlichen Ländern, aber dennoch nur eine knappe halbe Autostunde voneinander entfernt sind, habe die Verortung von abci im deutsch-französischen Grenzgebiet für den Kanzleigründer auch einen symbolischen Wert.

Frankreich als wichtiger Wirtschaftspartner

Wie sich bilaterale Geschäftsbeziehungen zwischen deutschen und französischen Betrieben stärken lassen, dazu gibt es verschiedene Ansätze: Bereits beim Unternehmerforum im März hatten Vertreterinnen und Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein gemeinsam mit ihrem französischen Pendant, der Chambre de commerce et d'industrie Alsace (kurz: CCI Alsace), das INTERREG-Projekt „Business Twin“ vorgestellt, um damit die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem französischen Nachbarn zu stärken. Das Projekt soll als Innovationsmotor dienen und darüber hinaus Unternehmen beiderseits des Rheins krisensicherer aufstellen, indem ihnen ein branchenverwandter Ansprechpartner, eine Art unternehmerischer Zwilling, aus dem Nachbarland vermittelt wird.
Abci verfolgt indes einen eigenen Ansatz: Die Kanzlei will Unternehmen ab 2027 mit einem eigenen Beratungsangebot vermitteln, wie wichtig Frankreich als Wirtschaftsstandort für die deutsche und damit auch für die Kehler Wirtschaft ist.  

Über abci

2006 gründete Rechtsanwalt Jochen Bauerreis die erste Kanzlei in Oberhausbergen nahe Straßburg. Drei Jahre später ließ er mit einem deutschen Pendant, der Kanzlei abci, auf der Kehler Rheinseite nieder. Insgesamt drei Rechtsanwälte und vier Avocats vertreten und beraten Unternehmen bei rechtlichen und strategischen Fragen im deutsch-französischen und internationalen Umfeld.